
Wer ist da für Sambias ärmste Kinder?
In einem Land, das so arm ist wie Sambia, erleben Kinder Dinge, die sprachlos machen: Sie werden ausgesetzt oder zurückgelassen. Umso wichtiger, dass es für genau diese Mädchen und Jungen die „Töchter von Zion“ gibt. In unserem Kinderhaus bekommen sie eine Kindheit lang ein liebevolles Zuhause, oft schon ab den ersten Lebenstagen.
Gleich drei Kinder, die einiges durchmachen mussten, ehe sie endlich Grund zur Hoffnung hatten, sind Joseph, Belle und Tadala (jeweils 7, 3 und 2 Jahre jung). Wir haben die Namen zum Schutz der Kinder geändert, aber dies ist ihre Geschichte …
(v. l. n. r.): Tadala, Belle
Ein neuer Anfang für drei Geschwister
Seit einigen Tagen waren die drei Geschwister in der kleinen Hütte auf sich allein gestellt. Von den Eltern fehlte jede Spur. Die kleine Tadala weinte ab und zu, weil sie die Welt noch nicht verstand. Ihr älterer Bruder Joseph versuchte, sie zu beruhigen und versprach, dass die Eltern bald zurück sein würden – doch angesichts der Situation konnte er sie kaum trösten.
Als der Hunger nicht mehr auszuhalten war, fasste der Junge den Entschluss, draußen nach etwas Essbarem zu suchen.
Eine helfende Hand
Da er kein Geld hatte, suchte Joseph in der Umgebung nach weggeworfenen Lebensmitteln – leider ohne Erfolg. Mutlos und mit leeren Händen machte er sich auf den Heimweg. Ein Nachbar, der ihn beobachtet hatte, folgte ihm und erkundigte sich nach den Eltern. In diesem Moment konnte der Junge seine Tränen nicht mehr zurückhalten und vertraute dem Mann an, dass sie völlig auf sich allein gestellt waren und großen Hunger hatten. Der Nachbar zögerte nicht und verständigte die Behörden, die sich der Kinder annahmen.
Sicherheit und ein warmes Bett
Die Geschwister wurden zu den „Töchtern von Zion“ gebracht und dort freundlich empfangen. Anfangs stellte sich Joseph noch schützend vor seine kleineren Schwestern Belle und Tadala, da ihm die neue Umgebung fremd war. Doch als die Frauen ihnen eine warme Mahlzeit und einen sicheren Schlafplatz anboten, siegte die Erschöpfung. Der Gedanke an ein sauberes, weiches Bett war nach all den Entbehrungen zu verlockend, und der Junge willigte dankbar ein.
Sorge und Erleichterung
Den ersten Versuch der Pflegerinnen, Tadala zu waschen, beantwortete die Kleine mit lautem Protest, bis sie schließlich vor Erschöpfung einschlief. Als die Frauen das Mädchen behutsam wuschen, bemerkten sie, dass sie dringend medizinische Hilfe benötigte. Als Joseph hörte, dass Tadala zu einem Arzt gehen durfte, war er ganz erleichtert.
Ein neues Leben
Mittlerweile haben sich die drei gut eingelebt. Sie erfahren täglich liebevolle Fürsorge und Zuwendung, bekommen regelmäßige Mahlzeiten und haben Zeit zum Spielen. Joseph kann nun sogar die Schule besuchen. Auch Tadala hat ihre Scheu vor dem Wasser längst verloren; sie lacht und plantscht vergnügt beim Baden. Die drei tauen immer mehr auf, fühlen sich wohl mit den anderen Kindern und den Pflegerinnen und bekommen die Sicherheit und Fürsorge, die sie verdienen.
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